Aikido und Mut gegen Gewalt im TVL
Durch die Kooperationen mit den Bewegungskindergärten und die Neustrukturierung des Kinderangebotes hat unser Verein in den Altersgruppen bis 14 Jahre erheblichen Zuwachs. Seit einem Jahr haben wir deshalb Aikido für Kinder als zusätzliches Angebot aufgenommen. Erfreulicherweise kam Michael Büschen zu uns und machte uns das Angebot, kostenlos dieses Training bei uns aufzubauen. Und das macht er nun schon ein ganzes Jahr lang, danke Michael. Und so hat sich hier eine Gruppe entwickelt die viel Spaß am Training hat und gern Sport macht kommt.
Michael Büschings Interesse ist, junge Menschen für Aikido zu begeistern. Die Philosophie der Aggressionslosigkeit und sich dennoch wehren zu können, gefiel uns außerordentlich gut.
Zum Thema „Mut gegen Gewalt“ ist Aikido die perfekte Antwort.
Was ist Aikido? Aikido ist sonst wenig bekannt, daher ein paar Worte dazu.
Das Ziel beim Aikidō ist zum einen, die Kraft eines gegnerischen Angriffs abzuleiten (Abwehr) und zum anderen, gleichzeitig dieselbe Kraft intelligent zu nutzen, um den Gegner vorübergehend angriffsunfähig zu machen (Absicherung) ohne ihn dabei schwer zu verletzen. Dies geschieht in der Regel durch Wurftechniken (nage waza) und Haltetechniken (osae waza oder katame waza), die den Hauptteil der Aikidō-Techniken ausmachen. Das Besondere im Aikidō ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken und dadurch vermittelnd eine entsprechend defensive und verantwortungsbetonte geistige Haltung, gelehrt werden.
Woher kommt Aikido?
Aikidō ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba begründet wurde. Es ist eine auf das Innere des Übenden abzielende Tätigkeit. Wie in vielen japanischen Künsten liegt im Budō der Sinn eher im „Tun” als im Ergebnis; es ist ein Prozess, dessen Ergebnis offen und oft auch nebensächlich ist.
In seiner besten Zeit (im Alter von ca. 55 Jahren) galt Ueshiba (der nur ungefähr 1,55 m groß war) in den einschlägigen Kampfkunstkreisen Japans als unbesiegbar. Eine Anekdote berichtet, wie der damals berühmteste Ringer Japans in Ueshibas Dōjō kam und ihn bat, ihm seine Kunst zu demonstrieren. Dieser forderte den Ringer daraufhin auf, ihn hochzuheben, welches demselben nicht möglich war. Auf die Frage nach dem Trick, der dahintersteckt, antwortete Ueshiba: „Ich bin in Einheit mit dem Universum. Wer kann das bewegen?“ …In friedlichen Zeiten haben sich auch die Samurai mit diesen Kampfsportarten fit gehalten.
Soviel dazu….
Nun brauchten wir allerdings auch die notwendige Ausrüstung. Zunächst hat das Training auf Turnmatten stattgefunden. Die sind auf Dauer allerdings nicht geeignet.
Geld ist, wie in allen Sportvereinen, nicht vorhanden und so haben wir uns um Fördermittel des KSB beworben. Und wir haben das Glück, aus dem großzügigen Topf der Sparkasse eine Förderung für diese Aikido-Matten erhalten zu haben.

Damit möchten wir uns heute ganz herzlich bei Herrn Andreas Neuhaus von der Sparkasse und Helke Behrendt vom KSB für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in unserem Breitensportverein bedanken. Michael Büschen wünschen wir im eigenen Interesse weiterhin viel Erfolg mit „seinen“ Kindern und vielleicht findet sich ja auch noch eine Gruppe Erwachsener. Und ein anspruchsvolles Training kann man auch in einem aggressionsfreien Kampfsport machen.